Ringvorlesung TU Dresden „Ich bin nicht rassistisch aber…“

Wann

Do, 30. April 2015    
16:40 - 18:10

Wo

TU Dresden
Helmholtzstr.5, Dresden

Veranstaltungstyp

Die durch die PEGIDA-Bewegung ausgelösten Debatten haben unter anderem darauf hingewiesen, dass Rassismus – auch hier in Sachsen – noch immer existiert.
Zugleich wird die Zuschreibung, „rassistisch“ zu sein, von fast allen Menschen vehement abgelehnt. Rassismus ist ein unangenehmes Thema, mit dem sich die meisten Menschen nicht gerne beschäftigen. Auch in den aktuellen Diskursen wird „rassistisch sein“ vor allem mit Nationalsozialismus und Rechtsextremismus in Verbindung gebracht und damit als von der gesellschaftlichen Mitte weit entferntes, störendes Randphänomen thematisiert. Rassistische Zuschreibungen und Verhaltensweisen gehören jedoch zur allgegenwärtigen Erfahrungswelt von Menschen, die als vermeintlich „Andere“ und „Fremde“ markiert und damit diskriminiert und ausgegrenzt werden.
Mit dem Titel „Wir sind nicht rassistisch, aber…“ wollen wir dazu einladen, sich damit auseinanderzusetzen, was rassistische Denkmuster und Strukturen mit uns allen zu tun haben. Die Veranstaltung möchte der Frage nachgehen, was Rassismus ist und in welcher Weise unsere Gesellschaft rassistisch organisiert ist. Wie funktioniert dessen fortlaufende Verdeckung und in welcher Weise sind wir in diesen Zusammenhang verstrickt und von ihm geprägt? Welche Folgen haben Rassismuserfahrungen für die betroffenen Menschen? Welche Formen der Hilfe und des Empowerments für die betroffenen Individuen und „Gruppen“ gibt es und welche Praxen der Bearbeitung von Rassismus als gesamtgesellschaftliches Phänomen?
Um diese Fragen zu diskutieren, soll zum einen grundlegend in unterschiedliche rassismuskritische Perspektiven eingeführt werden. Zum anderen sollen Initiativen und Akteur_innen zu Wort kommen, die sich durch ihre (bildungs-)politischen und künstlerischen Arbeiten mit Alltagsrassismus und seinen Folgen auseinandersetzen.

Die Veranstaltung ist geöffnet für Studierende der Dresdner (Fach-)Hochschulen sowie alle Interessierten.

Die Ringvorlesung wird an der TU Dresden im Rahmen des Studium Generale durchgeführt und findet donnerstags ab dem 23.04.2015 von 16.40 bis 18.10 Uhr im ZEU/160 /H statt.
Infos findet ihr auch bei Opal oder auf Facebook.

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Veranstaltungsübersicht

23.04. Anna Nikolenko (LAG pokuBi e.V.): Was ist Rassismus?

30.04. Katrin Holinski & Asylum Seekers Movement: Zur Situation geflüchteter Menschen und ihre Selbstorganisation (parts in English)

07.05. Kien Nghi Ha: Die Farbe des Wissens. Rassistische Exklusion und Weißsein in universitären Strukturen (in Kooperation mit Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen)

21.05. Grada Kilomba: A Ghost That Keeps Haunting Us (in English) (in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen)

04.06. Gideon Botsch: „Ich bin gewiss kein Antisemit…“ Judenhass in der Gegenwart (in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung Sachsen)

10.06. (Mittwoch!) Noah Sow: Wessen Wissen ist Wissen™? Koloniale Wissensarchive und -Hierarchien in Schule und Hochschule (in Kooperation mit Dresden Postkolonial)
anschließend: Colloquium of Color

18.06. Markus End: Antiziganismuskritik und Kritik des „Antiziganismus“. Zur Analyse des Phänomens und zur Diskussion um den Begriff (in Kooperation mit Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen)

25.06. Andrea Hübler (RAA): Rassistische Gewalt in Sachsen und Dresden

02.07. Narku Laing: Schwarze Deutsche Bewegungen im modernen Deutschland

09.07. Astride Velho: Subjektivierung unter den Bedingungen von Alltagsrassismus – Implikationen für die pädagogische Praxis

16.07. Susan Arndt: Rassismus in historischer Perspektive (in Kooperation mit dem FSR Spralikuwi)

23.07. María do Mar Castro Varela: Rassismus und die Frage nach Sozialer Gerechtigkeit